Mit dem Release der neuen, verbesserten Freigabe-Zentrale möchte ich einmal ganz grundsätzlich über Datenschutz und Dateneigentum sprechen. Bei Chronicle Keeper war mir ein „Datenschutz First“-Ansatz von Anfang an das Wichtigste. Ich möchte, dass jede und jeder Nutzende als Eigentümer:in der eigenen Daten weiß, dass diese Daten sicher sind. Mit der Gefährtenschaft habe ich dafür den ersten Grundstein gelegt. Mit der Freigabe-Zentrale kannst du nun umfangreich Inhalte mit deiner Gefährtenschaft teilen, ohne deine eigenen Dateien zu veröffentlichen.
Wo der Datenschutz bei Chronicle Keeper beginnt
Die Grundlage liegt darin, dass jede Welt ihre eigene, abgetrennte Datenbank ist. Die Verbindung in diese Datenbank steht nur dem Eigentümer offen. Das muss nicht für immer so bleiben. Ich könnte mir vorstellen, dass es später ein schönes Feature wäre, einzelne Seiten direkt zu veröffentlichen und die Welt lesend teilhaben zu lassen. Wichtig ist mir aber vor allem eines: Es darf niemals aus Versehen in eine fremde Datenbank geschrieben werden.
Deine Inhalte bearbeitest nur du, solange sie nicht über eine Freigabe synchronisiert werden. Diese logische Trennung der Datenbanken ist bei solchen Projekten nicht immer der einfachste Weg. Die meisten Projekte legen eine große Datenbank an und markieren den Besitzer in einzelnen Zeilen. Wenn man dann in einer Abfrage vergisst, die Ergebnisse auf den Eigentümer einzuschränken, hat man plötzlich alle Daten oder die Daten anderer Nutzender vor sich. Bei Chronicle Keeper kann das nicht passieren. Die Daten liegen schlicht nicht zusammen.
KI und Datenschutz
Natürlich gibt es in Chronicle Keeper auch einige KI-Funktionen, und das ist für sich genommen eine Datenschutzfrage. Am einfachsten wäre es, ein KI-Modell auf einem eigenen Server laufen zu lassen. Wer aber schon einmal versucht hat, ein KI-Modell auf dem eigenen Rechner auszuführen, weiß, dass das enorm viele Ressourcen frisst, sofern man nicht die ganze Nacht auf eine Antwort warten möchte. Die wirklich guten Modelle laufen auf dem eigenen Computer erst gar nicht.
Ich habe mich deshalb für einen externen Anbieter entschieden, der den Datenschutz garantiert. In diesem Fall ist es OpenAI, ein Unternehmen, das viele durch ChatGPT kennen. Viele nutzen dort auch die API, und OpenAI ermöglicht ausdrücklich, jegliches Tracking und jede Weiterverwendung der API-Anfragen abzuschalten. Es gibt Anbieter, bei denen es diese Option nicht gibt oder die schlicht wenig Glaubwürdigkeit haben. Für meinen Account bei OpenAI sind diese Optionen abgeschaltet. Um ganz sicherzugehen, hat zusätzlich jede Welt ihre eigenen Zugangsdaten bei OpenAI, sodass es auch hier nicht aus Versehen zu Überschneidungen in der Nutzung kommen kann.
Wo immer es möglich ist, versuche ich, Datenzugriffe logisch oder technisch so zu trennen, dass keine versehentlichen Kreuzungen entstehen. Genau dieser Gedanke hat mich am Ende zur Idee der Gefährtenschaft geführt.
Die Gefährtenschaft als Basis
Die Gefährtenschaft ist die Grundlage jeder Inhaltsteilung. Du entscheidest aktiv, wer dazugehört, und deine ausgewählten Freunde, Mitspieler oder Mitgestalter müssen sich ebenso aktiv dafür entscheiden. Eine Seite gibt der anderen einen Link, die andere Seite öffnet ihn und kann die Einladung annehmen. Es wird kein „Benutzerverzeichnis“ geben und keine Möglichkeit, nach anderen Nutzenden zu suchen. Ihr müsst aktiv miteinander kommunizieren, um euch zu vernetzen.

Diese Verbindung ist die Grundlage für das Teilen von Inhalten. Du kannst alle deine Inhalte aus dem Kompendium teilen, entweder einzeln oder als Paket. Dabei siehst du transparent, welche Felder geteilt werden und welche nicht. Das Teilen ist am Ende wieder nur ein Link. Man könnte überlegen, ob man auch einzelne Gefährten direkt auswählbar macht, aber aktuell mag ich den Gedanken, dass für den ganzen Vorgang eine aktive Kommunikation nötig ist.

Kopie oder Synchronisierung
Wenn du deinem Gefährten den Link gegeben hast, kann dieser entscheiden, ob der Inhalt als Synchronisation oder als Kopie gespeichert werden soll. Dabei muss er die Felder selbst ergänzen, die nicht geteilt werden. Das sind vor allem die Dinge, die in jeder Welt eigenständig leben und angepasst werden: Kategorien von Bildern und Dokumenten, das Datum oder Typen für Entitäten. Jede Welt soll ihre eigene Ordnung behalten.

Eine Kopie ist dabei eine einmalige Aktion. Solange du den Link nicht zurückgezogen hast, ließe sich der Vorgang wiederholen, aber der bereits übernommene Inhalt wird dabei nicht überschrieben. Für den anderen Fall gibt es die Synchronisierung. Hier entsteht eine Verbindung zwischen deinem Inhalt und dem Inhalt des Empfangenden. Anders als bei der Kopie kann der Empfangende seinen synchronisierten Inhalt nicht selbst bearbeiten. Jede Änderung, die du vornimmst, wird dem Inhaber der verknüpften Inhalte zum Review vorgelegt und muss ausdrücklich angenommen werden, nachdem er einen Vergleich betrachten konnte. Das klingt aufwendig, stellt aber sicher, dass keine ungewollten Änderungen an Inhalten stattfinden.

Verbindungen lösen und Transparenz behalten
In diesem ganzen Prozess bleibt es jederzeit möglich, Verbindungen zu lösen. Freigabelinks funktionieren nur so lange, wie ihr in einer Gefährtenschaft seid. Auch ohne eine persönliche Trennung ist jede Seite jederzeit in der Lage, die Freigabe zu beenden. Entweder man hört auf, Änderungen zu verteilen, oder man hört auf, auf Änderungen zu lauschen. Für die Transparenz kannst du jederzeit sehen, wer deine geteilten Inhalte abgerufen hat.
Am Ende hoffe ich, dass es sich lohnt, den Prozess so zu gestalten. Ich möchte jederzeit die Kontrolle über meine Inhalte behalten, und wenn das für dich genauso gilt, dann passt der Ablauf hoffentlich auch für dich. Falls nicht, bist du herzlich eingeladen, mich anzusprechen, wenn du Ideen hast, wo sich der Prozess besser gestalten ließe. Sei im Discord willkommen, um darüber zu diskutieren. Schließlich bin ich daran interessiert, einen Ablauf zu finden, der für alle passt.
Ein einzelner Link für laufende Freigaben
War es das nun? Nein, absolut nicht. Fun Fact: Für einen meiner Charaktere schreibe ich nach jeder Session mit meinen Freunden ein kleines Tagebuch. Das möchte ich natürlich auch teilen, aber nicht jedes Mal einen neuen Link erstellen. Ich bin nämlich faul und will meinen Dungeon Master nicht dauernd mit einem frischen Link behelligen. Also gibt es die Möglichkeit, ein Inhaltspaket zusammenzustellen. Dieses Paket ist nicht final: Du kannst jederzeit Inhalte daraus entfernen oder neue hinzufügen. Über den Tisch geht am Ende trotzdem nur ein einziger Link.
So kann ich mein Tagebuch nach jeder Session weiterführen, und da jeder Eintrag ein eigenes Dokument ist, füge ich ihn direkt dem Paket hinzu. Mein Dungeon Master bekommt eine Nachricht, dass ein neues Dokument da ist, und kann es sich, wenn er Zeit und Lust hat, aus dem Paket in seine Spielleiterwelt übernehmen.

Das war es dann aber wirklich. Ein kleiner Ausflug in das Thema Datenschutz bei Chronicle Keeper und eine Einführung in die neuen Inhaltsfreigaben. In deinem Nutzermenü findest du nun den neuen Link zur Freigabe-Zentrale, und ich freue mich darauf zu hören, was du daraus gemacht hast oder ob es noch etwas gibt, das sie für dich nützlicher machen würde.
Viel Spaß!

