Version 1.3.0 dreht sich vor allem um zwei Dinge, die am Spieltisch immer wieder auftauchen: Verlässlichkeit und wiederkehrende Arbeit. Der Keeper bekommt mit den Tasks feste Abläufe an die Hand, Markdown-Vorlagen nehmen dir das ewige Neuschreiben ab, und das Benachrichtigungs-Center ist zurück, damit dir nichts mehr durchrutscht. Dazu kommen der Login über Discord und ein erster Blick auf etwas, das im Hintergrund noch ein Weilchen reifen darf.
Neuerungen
- Das Benachrichtigungs-Center ist zurück: Einmalige Benachrichtigungen kamen nicht gut an, weil sie zu schnell wieder verschwanden. Jetzt bleibt jede Benachrichtigung drei Monate erhalten, und du kannst passende Aktionen direkt aus ihr heraus auslösen.
- Wöchentliche Zusammenfassung per E-Mail: Einmal pro Woche bekommst du eine Übersicht deiner ungelesenen Benachrichtigungen per E-Mail. Eine kleine Erinnerung an alles, was noch offen ist, falls du nicht täglich nachschaust, ob sich geteilte Inhalte aktualisiert haben. In deinem Profil kannst du das jederzeit abschalten.
- Login und Registrierung über Discord: Du kannst dein Profil mit einem Discord-Account verknüpfen und dich darüber anmelden. Auch die Registrierung läuft nun über Discord. Die Verbindung stellst du in deinem Profil her oder löst sie wieder, ein Passwort brauchst du dann nicht mehr.
- Keeper-Tasks: Der Keeper arbeitet wiederkehrende Aufgaben jetzt anhand von Checklisten ab, statt in jedem Fall zu raten, was du von ihm erwartest.
- Markdown-Vorlagen: In den Einstellungen einer Welt legst du wiederkehrende Muster einmal an und startest neue Seiten mit einer Vorlage, statt alles neu zu tippen.
Änderungen
- Verzeichnisse aus der geöffneten Ansicht bearbeiten: Im Kompendium kannst du ein Verzeichnis jetzt auch löschen oder verschieben, während du es gerade geöffnet hast. Vorher musstest du dafür in das übergeordnete Verzeichnis wechseln.
Keeper-Tasks: Die Checklisten des Bibliothekars
Wirkte dein Bibliothekar in der Vergangenheit etwas verwirrt, wenn er eine Aufgabe für dich erledigen sollte? Das liegt daran, wie der Keeper unter der Haube arbeitet. Vereinfacht gesagt versucht die KI, aus deiner Eingabe statistisch zu erraten, welchen Plan du von ihr erwartest. Jede Antwort beruht auf komplexer Wahrscheinlichkeit, und davon kommt man kaum weg. Genau deshalb unterscheiden sich Antworten immer ein wenig, und dieselbe Anfrage kann zu unterschiedlichen Suchen und Quellen in deinen Inhalten führen.
Wie löst man das also? Ein aufgeräumter alter Bibliothekar hat natürlich die Ordnung in seiner Bibliothek, in deinem Kompendium, im Sinn. Ich habe deshalb ein System eingeführt, mit dem ich ihm für bestimmte Aufgaben feste Abläufe beibringen kann. Also für Fälle, in denen ich vorher weiß, welche Art von Inhalten relevant sein dürfte.
Ein Beispiel: Ich hatte immer Mühe, den Keeper so für die Vorbereitung der nächsten Session zu nutzen, wie ich es selbst tun würde. Normalerweise nehme ich mir meine Notizen aus der letzten Session, überlege noch einmal, was passiert ist, und denke darüber nach, was in der nächsten Sitzung geschehen könnte, was mein Charakter daraus macht und was er darüber denkt. Dazu ziehe ich das Tagebuch heran, das ich ohnehin mit jeder Menge Fluff gefüllt habe. Daraus wird ein grober Plan für die nächste Session, mit Ideen, welche Gespräche und Handlungen sich anbieten könnten.
Gerade wenn in meiner Runde diese kurze, unangenehme Stille aufkommt, ist mein Charakter geradezu prädestiniert dafür, wieder etwas anzusprechen, das ihm auf dem Herzen liegt, oder einfach eine dumme Frage zu stellen, mit der er jemandem gehörig auf den Fuß tritt. Das gelingt mir spontan ganz gut, aber nach ein bis drei Monaten erinnere ich mich eben nicht mehr an jedes Detail. Also bereite ich mir das lieber vor. Für genau diese stillen Momente.
Um das System zu testen, habe ich dem Keeper beigebracht, welche Schritte er für die Vorbereitung einer Session gehen muss, um einen Plan zu schreiben. Natürlich nicht mit meinen ganz persönlichen Vorlieben, sondern allgemein und auf Basis der letzten Session. Was du dir an Formaten oder besonderen Dingen wünschst, kannst du weiterhin einfach in deiner Frage mitgeben.
Statt zu raten, weiß der Keeper nun, welche Tätigkeiten er für das Ziel erledigen muss. So sieht das dann in einem Gespräch aus:

Weil das Ganze einem festen, programmatischen Ablauf folgt, gibt es dafür aktuell noch keine eigene Oberfläche. Wenn du aber wiederkehrende Abläufe hast, bei denen du dir wünschst, dass ungefähr immer das Gleiche passiert, dann melde dich gerne im Discord. Lass uns darüber reden, welche Checklisten (ich habe sie schlicht „Tasks" genannt) wir dem Keeper an die Hand geben, damit wir alle von mehr Verlässlichkeit profitieren.
Ich freue mich darauf, mit dir zusammen noch mehr solcher Listen vorzubereiten, und werde ganz sicher auch selbst die eine oder andere Idee aus dem Spielalltag beisteuern.
Markdown-Vorlagen
In den Einstellungen deiner Welt legst du wiederkehrende Seitenmuster an. Im Standard bekommst du zum Beispiel einen „Sitzungsrückblick", den du in jeder Session immer wieder einsetzen kannst. Oder du benutzt regelmäßig bestimmte Listen und Tabellen, ohne dir das Schema jedes Mal neu merken oder heraussuchen zu wollen. Dann packst du es in eine Vorlage und fügst es deinen Seiten hinzu, sobald du es brauchst. Das dürfen ruhig auch kleine Schnipsel sein.
Ich hoffe, das macht wiederkehrende Arbeiten etwas leichter. Vorlagen können
außerdem Platzhalter enthalten. Ein Platzhalter hat die Form [Platzhalter]. Nach
dem Einfügen einer Vorlage gehst du die einzelnen Platzhalter mit der Tastatur
durch (Tab = weiter, Shift + Tab = zurück) und füllst so recht schnell die
passenden Inhalte ein. Sobald ein Platzhalter ersetzt wurde, ist er nicht mehr
Teil dieser Reihenfolge.
Im Hintergrund passiert etwas
Diese Version enthält im Hintergrund auch schon vorbereitende Arbeiten, damit dein Keeper, dein Bibliothekar, eines Tages bei dir zu Hause einziehen kann. Du hast bereits eine KI am Laufen? Copilot, Claude, Codex, ChatGPT und wie sie alle heißen? Dann ist es vielleicht schöner, wenn du nach deinen eigenen Vorstellungen von außen auf dein Kompendium zugreifst.
Diese Werkzeuge erlauben in der Regel eine Anbindung an externe Anwendungen. Genau daran arbeite ich: Über das Model Context Protocol (kurz MCP, die Seite ist auf Englisch) sollst du in einer etwas vereinfachten, abgespeckten Version direkten Zugriff auf deine Daten bekommen.
Natürlich fehlen dir dann einige Annehmlichkeiten des Keepers wie lange Gespräche, optimierte Prompts oder abgestimmte Systemabläufe. Dafür baust du dir den Zugang so frei zusammen, wie es dir gefällt, mit dem Tooling deiner Wahl. Das soll vor allem Transparenz schaffen: Ich meine es ernst mit „Deine Inhalte sind und bleiben deine Inhalte". Es ist ein erster Schritt, deine Inhalte auch abseits von Chronicle Keeper für dich zugänglich zu machen. Es kann aber noch ein wenig dauern, denn das Protokoll hat so seine Stolpersteine. Halte die Augen offen!
